Unterschied zwischen Edelstein und Halbedelstein

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Bereits 1961 wurde der Begriff Halbedelstein durch Schmuckstein ersetzt. Doch selbst heute noch ist das Wort Halbedelstein immer noch gebräuchlich, und wer meist gerade erst angefangen hat, sich mit dem Thema Steine zu beschäftigen, hört eher irgendwo über Halbedelsteine als über Schmucksteine.

Definitionen
Warum ist das Wort Halbedelstein überhaupt ersetzt worden? Die Erklärung hierfür ist immer dieselbe: Das Wort „halb“ bedeutet eine Abwertung, die in diesem Sinne aber so nicht vorhanden sein soll. 1858 erschien das Wort erstmals offiziell und ein Halbedelstein wurde damit definiert, dass er von geringerem Handelswert sei als ein Edelstein.

Im Laufe der Zeit haben sich mehrere Merkmale herauskristallisiert, wie sich ein Halbedelstein von einem Edelstein unterscheidet:

Mohshärte (Härte Stufe 3 – 7 = Halbedelsteine, Härte ab Stufe 8 = Edelsteine)
Seltenheit
Transparenz
Brillianz (Lichtbrechung)

Generell lässt sich allerdings sagen: Es gibt keine 100%ige Abgrenzung zwischen Edelsteinen und Halbedelsteinen.

Die Kraft der Unterscheidung
Ein Blick in die Geschichte zeigt dies anhand des Amethysts.
Der Amethyst galt lange als Edelstein, denn er war selten zu finden, und zwar nicht nur in Edelsteinqualität, d. h. in diesem Fall mit hoher Transparenz. Dies ist besonders schön zu sehen in diversen Kronen von Königen und Kaisern aus dem Mittelalter. Hierfür wurden sogar Amethyste aufgrund ihrer Seltenheit in relativ opaker Qualität verwendet. Erst als plötzlich große Vorkommen von Amethyst in Brasilien und Uruguay gefunden wurden, wurde der Stein in die Klasse der Halbedelsteine aufgenommen.

Hier und da werden auch einige eigentliche Halbedelsteine aufgrund ihrer qualitativen Merkmale schließlich als Edelsteine bezeichnet, obwohl die Kategorisierung sie eindeutig zu einem Halbedelstein machen. Ein Beispiel dafür ist Türkis. Weist der Türkis schwarze Einschlüsse auf, so wird er als Halbedelstein bezeichnet. Ist er frei von Einschlüssen und in bester Farbqualität, so handelt es sich um einen Türkis in Edelsteinqualität, der nun auch als Edelstein bezeichnet wird, obwohl dieser Stein weder transparent, noch die entsprechende Brillianz, noch die entsprechende Mohshärte aufweist (Türkis hat eine Mohshärte von 5 – 6). Hier spielt lediglich die Seltenheit die ausschlaggebende Rolle.

Sehr selten sind jedoch vor allem auch manche Halbedelsteine. Allen voran der himmelblaue Larimar aus der Familie der Pektolithe, der bislang nur in der Dominikanischen Republik gefunden wird. Und oftmals erzielen manche Halbedelsteine bzw. Schmucksteine mindestens genauso hohe Preise wie Edelsteine.

In Hinblick auf die vielen unterschiedlichen Begriffe könnte nun noch gefragt werden: Was unterscheidet einen Halbedelstein bzw. Schmuckstein von Gesteinen?
Als Halbedelstein/ Schmuckstein werden Mineralien und Gesteine sowie natürliche Gläser definiert, die von den Menschen als schön empfunden werden und somit zu Schmuckstücken verarbeitet werden.

Wer im Internet nach Schmucksteinen sucht, trifft übrigens nicht ausschließlich auf Halbedelsteine. Unter dem Begriff Schmuckstein werden synthetische Steine, Glassteine sowie billigste Kunststoffsteine unter den Suchbegriffen angezeigt und von Anbietern als Schmucksteine angeboten. Achtsame Unterscheidungskraft ist hier immer angebracht.

 

© Claudia Bauch

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