Einschlüsse in Halbedel- und Edelsteinen – Makel oder Einzigartigkeit?

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Ein Thema, dass maßgeblich bei der Preisfindung für einen Stein eine Rolle spielt, sind dessen Einschlüsse. Je ausgeprägter sie sind, desto weniger wert sind die Mehrheit der Halbedel- sowie Edelsteine. Einschlüsse gelten als Makel, welchen den Preis der Steine enorm senken können, insbesondere, wenn es sich um einen transparenten Edelstein handelt. Er ist dann oftmals ungewollt und führt in einer Kiste sein Eigenleben bis er von jemandem gefunden wird, der seinen wahren Wert erkennt. Was ist das Besondere an Steinen mit Einschlüssen?

Was Einschlüsse sind und wie sie in den Stein kommen
Wenn eine entsprechende Steinsorte entsteht, findet sie die exakt für sie richtigen chemischen und physikalischen Bedingungen vor, um entstehen zu können. Da sich der Entstehungsprozess meist sehr lange hinzieht, ist es sehr wahrscheinlich, dass die Bedingungen, die der Stein braucht, um sich einwandfrei und optimal entwickeln zu können, schwanken. Dies bedeutet zum Beispiel Veränderungen der Temperatur, des physikalischen Drucks, etc. Es können sich auch weitere chemische Elemente hinzugesellen, die auf einmal eine Wachstumsveränderung herbeiführen.

Stetige und gleiche Wachstumsbedingungen können ausschließlich in einem von Menschenhand erzeugten Labor erzielt werden, in der Natur ist dies nicht möglich. Die Natur ist wie ein Spiel der Elemente zu verstehen und geprägt von Veränderungen, die sich in jedem Moment entfalten können. So kann aufgrund der sich verändernden physikalischen Bedingungen ein Stein einen Bruch erfahren, der dann von selbst verheilt, jedoch eine Art Narbe hinterlässt, die vor allem in transparenten Steinen gut sichtbar ist. Bei Bergkristallen wird aufgrund von sich verändernden Bedingungen auf diese Weise manchmal ein wunderschönes Farbspiel in den Regenbogenfarben sichtbar, je nachdem in welchem Winkel das Licht einfällt.

In Hinblick auf die Wachstumsbedingungen ist es ebenso möglich, dass sich bereits Steine bzw. Fragmente von Steinen an dem Ort befinden, an dem eine neue Steinsorte am Entstehen ist. Je nach Schmelzpunkt der bereits vorhandenen Steinsorte, beginnt sie sich entweder mit dem neu entstehenden Stein zu vermengen und es kommt zu einer Neukreation oder, sie wird von dem neu entstehenden Stein umschlossen. Ist der neu entstehende Stein von transparenter Natur, können sich auf diese Weise sehr kreativ aussehende Steine entwickeln wie z. B. der Lodolith.

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Lodolith

Die Industrie
Unser industrielles Zeitalter hat es möglich gemacht, nahezu perfekte Qualität von vielen Dingen zu produzieren. Dies hat viele Vorteile mit sich gebracht. Wenn es jedoch darum geht, dasselbe von der Natur abzuverlangen, befinden wir uns auf dem Holzweg. Die Natur ist perfekt auf ihre eigene Art und Weise, jedoch wird sie nicht dazu in der Lage sein, wie ein Labor gleichbleibende Qualität von etwas zu produzieren. Beim Obst- und Gemüseanbau wird dies besonders schön sichtbar: mal gibt es eine sehr reiche Ernte, dann wiederum gibt es Jahre, in denen dieselbe Gemüsesorte schlecht wächst. Aufgrund der Globalisierung beeinflusst uns dies jedoch nicht, meistens wird es von den Konsumenten nicht einmal bemerkt. Die fehlende Ernte wird einfach aus einem anderen Land importiert.

So weisen auch die Steine, die natürlich in der Natur gewachsen sind, unterschiedliche Qualitäten auf. Wer will, kann dies als Makel betrachten. Es gehört einfach zu der Zeit, in der die Industrie maßgeblich unser aller Leben bestimmt. Wer allerdings um das Spiel der Elemente Feuer, Erde, Wasser, Luft und Äther weiß, kann die Steine aus einer neuen Sichtweise betrachten: Hier war die Natur in ihrem Element und hat sich mit all ihrer vorhandenen schöpferischen Kreativität ausgetobt, um etwas ganz Besonderes zu schaffen.

Der geschliffene Stein
Ein jeder Halbedelstein bzw. Edelstein, der in seiner natürlichen Umgebung in der Natur gewachsen ist, ist einmalig eben aufgrund seiner Einschlüsse. Für ihn gibt es das von uns Menschen definierte Schönheitsideal nicht. Ein Stein ist immer genau richtig und schön, so wie er ist. Sobald ihn ein Steinschleifer in seine Hände bekommt, um ihm im richtigen Winkel aus der entsprechenden Perspektive zum schönsten Stein zu schleifen, entfaltet er eine neue Art von Schönheit. All seine Einschlüsse werden durch den Schliff und das Polieren noch sichtbarer als im Rohstein, der er einst war. Der Stein wird nun zum Schmuckstück, solo steht er da und zeigt sich von seiner schönsten Seite. Die Einschlüsse werden zu einer Art Innenleben, die Bilder in uns wachrufen können oder dem Stein eine einzigartige Struktur geben, die seine Schönheit nochmals unterstreicht. Wird der Halbedel- oder Edelstein dann zu Ohrringen, Ohrsteckern, einem Anhänger oder Armband verarbeitet, zeigt er auf diese Weise die Schönheit der kreativen Natur der ganzen Welt.

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Ametrin
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Prehnit mit Einschlüssen von Turmalin
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Rosenquarz

© Claudia Bauch

Logo Meya_nur Schrift II

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