Bergkristalle, Kieselerde und Silizium

Begegnungen mit dem Reich der Steine - Kieselalgen und Bergristalle

Viele Menschen denken, dass die Kieselerde, die es als Nahrungsergänzungsmittel in Apotheken, Reformhäusern oder Drogeriemärkten zu kaufen gibt, etwas mit Bergkristallen zu tun hat bzw. sogar aus Bergkristallen gewonnen wird. Dies ist nicht verwunderlich, denn auf etlichen Verpackungen dieser Produkte sind Bergkristalle abgebildet.
Doch haben Bergkristalle tatsächlich etwas mit der Kieselerde zu tun, die als Nahrungsergänzung im Handel angeboten wird?

Zunächst ist es wichtig, auf die chemische Zusammensetzung von Bergkristallen sowie Kieselerde zu schauen.

Kristallin und amorph
Bergkristalle gehören zur Familie der Quarze und sind reines Siliziumdioxid mit der chemischen Formel SiO2. Es wird von Siliziumdioxid in seiner kristallinen Form gesprochen. Sie entstehen und wachsen als hydrothermale Lösung in Klüften, Gängen, so z. B. auch bei uns in den Alpen (die bedeutendsten Fundorte von Bergkristallen sind allerdings in Brasilien sowie in den USA).

Kristallines Siliziumdioxid ist auf keinen Fall für uns Menschen zum Verzehr geeignet.

Kieselerde (der lateinische Name ist hierfür Silicea Terra) hat ebenfalls einen hohen Gehalt an Siliziumdioxid, meist 90 – 94%. Das heißt auch hier ist die chemische Formel SiO2 wirksam, aber es gibt noch andere Elemente, die hier wirken. Weitere Bestandteile können Eisen, Magnesium, Phosphor sowie Kalzium sein. Die Kieselerde, die als Heilmittel, bzw. Nahrungsergänzungsmittel verwendet wird, wird ausschließlich aus fossilen Kieselalgen (Diatomeen) gewonnen. Hierbei geht es um Siliziumdioxid in seiner amorphen Form.
Die im Handel angebotene Kieselerde wird nach deren Abbau gereinigt und gemahlen. Das fertige Produkt besteht dann etwa zu 80 – 90% aus Siliziumdioxid.

Die chemische Formel der beiden ist also sehr ähnlich, der wichtigste und ausschlaggebende Unterschied liegt darin, dass Bergkristalle kristallines Siliziumdioxid sind und Kieselerde amorphes Siliziumdioxid ist.

Kristallines Siliziumdioxid ist nicht für den Verzehr geeignet und gilt in Pulverform sogar als Gefahrstoff, also gesundheitsgefährdend für den menschlichen Körper. 

Silizium und der Mensch
Kieselerde wird gerne als Nahrungsergänzungsmittel eingenommen aufgrund des hohen Siliziumgehalts.
Und tatsächlich braucht der menschliche Körper eine gewisse Menge an Silizium. Über die genaue Funktion von Silizium gibt es bisher jedoch nicht viele wissenschaftliche Nachweise, es wurden eher Studien an Probanden durchgeführt.

Silizium gehört zu den Spurenelementen. Spurenelemente sind in nur sehr geringen Mengen im Körper vorhanden, und dessen Aufnahme erfolgt gewöhnlich über die Nahrung. Wer auf gesunde und ausgewogene Ernährung achtet, nimmt normalerweise genügend Silizium auf.
Viel Silizium enthalten ist z. B. in Hafer, Hirse, Kartoffeln. Ebenso aber ist Silizium enthalten in Trauben, Salat, Petersilie, Sonnenblumen, Kürbis, Mais, Blumenkohl, rote Beete, Kümmel, Erdbeeren uvm.

Außerdem ist Silizium auf natürliche Art und Weise hier und da in einem Mineralwasser enthalten. Wer dies möchte, sollte beim nächsten Getränkekauf auf die angegebenen Werte beim Etikett der Mineralwasserflaschen achten. Der Körper kann gelöstes Silizium im Wasser oftmals besser aufnehmen als feste Siliziumverbindungen.

Silizium scheint generell eine wichtige Funktion auf unserer Erde zu haben, denn es ist das zweithäufigste Element in der Erdkruste nach Sauerstoff. Es ist ein Halbmetall und weist deshalb sowohl Eigenschaften von Metallen als auch von Nichtmetallen auf. In seiner natürlichen Form existiert Silizium nie allein, sondern geht Verbindungen mit anderen Elementen ein.

Meine persönliche Meinung ist, dass es für unseren Körper auf Dauer gesünder ist, ausreichend Nahrungsmittel zu uns zu nehmen, die Silizium enthalten. Falls du Kieselerde einnehmen möchtest, so ist es vor der Einnahme dieses Nahrungsergänzungsmittels empfehlenswert, dass du bewusst in dich hineinspürst, ob hierfür ein Wohlfühlfaktor im Körper vorhanden ist.

Falls ja, achte sehr genau darauf, dass die angebotene Kieselerde wirklich ausschließlich fossile Kieselalgen, also Kieselgur, enthält. Es ist bei einigen Herstellern bereits nachgewiesen worden, dass diese kristallines Siliziumdioxid aus Quarz oder Sandkristallen verwendet haben, was für unseren Körper gesundheitsgefährdend sein kann.

© Claudia Bauch

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